Nein, kein KI-generierter Hologrammkörper aus dem Mittelalter war am Sonntag zu Gast in Petterweil bei der Stadtmeisterschaft, dafür 113 andere sympathische Zeitgenossen, vom Internationalem Meister bis zum ratinglosen Neueinsteiger, vom Jahrgang 1941 bis 2020. Das sind immerhin fast 80 Jahre Altersunterschied.
800 Jahre zuvor entdeckte ein Rechenmeister aus dem italienischen Pisa, Leonardo Fibonacci, eine interessante Folge von Zahlen. Wohl weil er ein wenig zu viel, vielleicht aus Langeweile, bei den Karnickeln das Ergebnis ihrer Vermehrung betrachtete, kam er auf eine Wachstumsprognose, die letztlich darauf basierte, dass eine Anzahl an Karnickeln in einer Generation sich zahlenmäßig aus der der vorigen und der davor berechnen ließ, und eben auch weiter in die Zukunft berechnen ließ. Unwichtiges wie Sterblichkeit ließ der Meister aber erst mal weg, dennoch: geboren war die Fibonacci Folge.
Karben hat jetzt auch eine Fibonacci-Folge, denn die Teilnehmerzahlen der letzten beiden Stadtmeisterschaften bilden ein harmonisches Wachstum analog dieser mysteriösen Zahlen ab: aus 45 vor zwei Jahren und 73 im vergangenen Jahr wurden es in diesem Jahr 113 Teilnehmer. Was für ein schöner, und gleichsam harmonischer Erfolg!
Um 10.40 Uhr, also mit einer erträglichen Verspätung, begann die Karbener Stadtmeisterschaft in der Ausgabe von 2026. Der Vorjahressieger würde es in diesem Jahr nicht einfacher haben, denn die Zahl der Titelträger war auf 16 angestiegen (2025 = 10, 2024 = 1). Die Endtabelle bestätigte denn auch prompt die Vermutung.

Gewonnen hat wie im Vorjahr der Internationale Meister Robert Baskin, der sich knapp nach Feinwertung vor FM Samuel Weber durchsetzen konnte.
FM Yavorovsky, CM Oleg Derr, FM Daniel Ochs und IM Uwe Kersten runden das Bild um die Geldpreisträger ab, die vom Vorsitzenden Günther Kuban, der noch immer Rekordsieger der Karbener Stadtmeisterschaften ist, auf der Bühne beglückwünscht wurden.
Durchaus auch bemerkenswert war die hohe Zahl derer, die noch zur Siegerehrung im Saal verweilten Wohl wissend, dass es nur wenige Minuten dauern würde, bis alle der gut 40 Preisträger ermittelt sein würden. So waren alle Fotos mit Haupt-, Rating- und Sonderpreis-Gewinnern stets gut gefüllt.
Immerhin 5 Ratingkategorien wurden angesetzt, die gewonnen wurden von:
bis 2100: Toni Stehning, Braunfels
bis 1900: Sven Schellen, Frankfurt
bis 1600: Daniel Bishop, Offenbach
bis 1300: Raik Schröder, Hungen
ohne Rating: Christian Hoffmann, Sulzbach


Sonderpreise wurde vergeben für Senioren, Frauen und U18 und U12. Da sich hier teilweise die tatsächlichen Sieger der jeweiligen Kategorie bereits andere, höherwertige Preise sichern konnten, gingen diese an nachplatzierte Teilnehmer:
Senioren: IM Klaus Klundt, Heusenstamm
Frauen: WGM Kateryna Dolzhykova, Oberursel
U18: FM Tymur Musiienko, Wiesbaden
U12: CM Harshill Pradeep, Bickenbach
Eine wirklich beachtliche Zusammenstellung an Titelträgern!
Insgesamt haben sich 32 Vereine in die Teilnehmerliste eingetragen, dazu kommen noch sieben vereinslose Spieler. Die mitgliederstarken Klubs aus Bad Homburg und Oberursel zählten jeweils 14 Mitstreiter, die VSG Offenbach immerhin noch 11.
Der Preis in der Teamwertung ging nach Oberursel, die sich mit einem deutlichen Überschuss an Rating diesen Sieg sichern konnten. Die Besten des SV Oberursel waren:
FM Samuel Weber
FM Valeriy Yavorovsky
WGM Kateryna Dolzhykova
IM Boris Margolin

Danach wurde der Tisch mit den über 20 Sachpreisen noch geplündert, die an die Zweit- und Drittplatzierten gingen.
Um 16 Uhr war der letzte Zug getan, um 16.10 Uhr begann diese Siegerehrung. Und um 16.30 Uhr, als diese Feier eigentlich laut Zeitplan in der Ausschreibung beginnen sollte, war sie denn auch schon beendet. Wie heißt es im Büro dann immer so schön: „wer zu früh kommt, ist auch unpünktlich!“ Is’so!
Die Königsspringer
Bester der Königsspringer wurde Alex, der Platz 10 erreichte. Zusammen mit Svyat, Tona und Peter erreichte man einen guten Mittelplatz unter den zehn Teams in der Sonderwertung.



Leider habe ich Bilder mit Tona, Leonardo und Mateo verpasst, die auch an der Stadtmeisterschaft teilnahmen, aber sich auch um das Turnier selbst bemüht haben.
Die erfreulich hohe Anzahl an Teilnehmern machte es notwendig, dass Günther nicht am Turnier teilnehmen konnte. Da wir auch selbst die Bewirtung übernehmen müssen, da es keine Gastro vor Ort gibt, werden besondere Herausforderungen an einen ausrichtenden Verein gestellt.
So wirbelte Kathinka im Küchenbereich und stellte sicher, dass immer genügend zu Essen und zu Trinken verfügbar war. Und natürlich muss auch hinterher alles wieder gereinigt dahin verstaut werden, wo es herkam. Ein anstrengender Job!
In der Mittagspause waren zur Unterstützung dann Günther, Tona und seine Jungs Leonardo und Mateo hinzugeeilt.
Am Vortag waren Günther, Peter und Dieter mit dem Aufbau beschäftigt.
Und als es an den Abbau ging, waren auch wieder Tona, Leonardo, Mateo und Peter zur Stelle. Um 18 Uhr schließlich konnte Dieter die Halle abschließen und den Heimweg antreten. KSM 2026 vor Ort war beendet.
Allen Helfern gilt natürlich seitens des Vereins und seiner Mitglieder ein ganz besonderer Dank!
Im nächsten Jahr heißt es dann:
„50 Jahre Karbener Stadtmeisterschaft„
Ob wir 2027 die nächste Zahl in der Karbener Fibonacci-Reihe erreichen? Und es wurde gefragt, ob bei solchen Teilnehmerzahlen 9 Runden und auch eine Bedenkzeit mit Inkrement nicht angemessener wäre. Schauen wir mal. Jedenfalls werden wir einen Saal für ca. 200 Teilnehmer anmieten und es wird auch eine ELO-Auswertung geben.

