Nein, es ist kein technisches Problem, eher eine Hommage. Erst in der vergangenen Woche wurde von der Nicht-Regierungsorganisation Reporter ohne Grenzen die alljährlich aktualisierte Rangliste der Pressefreiheit veröffentlicht.
Deutschland war im letzten Jahr schon aus den Top Ten herausgefallen, und ist in diesem Jahr weiter abgesackt, nunmehr auf Platz 14. Dies alleine ist ein schwarzes Bild durchaus wert.
Themenwechsel. Ende der 80er Jahre war die Turnierlandschaft in ganz Deutschland nicht ganz so üppig, wie es heute der Fall ist. Mit der Einführung von Schnellschach, oder Active Chess, wie man es damals auch nannte, wollte man neben dem Blitzschach eine neue Bedenkzeitvariante in den Turnierordnungen etablieren.
Also wurde mit Einführung der Hessischen Schnellschachmeisterschaft, die in den ersten Jahren in Oberursel stattfand, auch im Bezirk Frankfurt eine solche Meisterschaft „erfunden“. Anfangs etwas lendenlahm, kamen dann bis Ende der 2010er Jahre, also kurz vor Corona, um die 100 Spieler für eine solche Bezirksmeisterschaft zusammen. In den Jahren von 1989 bis 2019 wurden diese Turniere von mir organisiert und für den Schachbezirk Frankfurt veranstaltet.
Mit Aufkommen des Internets waren dann Berichte nicht nur in der Rochade zu lesen, sondern auch auf den Webseiten einiger Vereine, und des Schachbezirks natürlich auch. Bilder von der Veranstaltung waren dabei natürlich das „Salz in der Suppe“.
Wir sind mittlerer Weile im Jahr 2026 angekommen und Pressearbeit, speziell solche, die mit Fotos zusammengestellt werden, ist nicht mehr erwünscht im Bezirk Frankfurt. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob man da wirklich alle einschließt, oder ob hier einfach nur private Rechnungen beglichen werden sollen.
In Oberursel fand an diesem Sonntag jedenfalls erneut eine Schnellschachmeisterschaft des Bezirks statt. Als ich das letzte Mal vor nicht einmal zwei Jahren an gleicher Stelle Bilder der Veranstaltung aufnahm, oder auch bei der gleichen Veranstaltung im Oktober 2023 in einem Frankfurter Saalbau, wurde ich nicht nach den ersten Aufnahmen gebeten, den Saal zu verlassen. Ein Presseausweis zur Untermauerung der Pressearbeit „ist egal, dass zählt nix!“.
Schiedsrichterausweise wurden dagegen vorgezeigt, als ob eine gelbe Karte eine blaue schlägt. Die Polizei wolle man rufen. ICE, ICE, Baby. Ich erinnerte mich schlagartig daran, wie Mitte der 80er Jahre ein in Schachkreisen bekannter Reporter der Offenbach Post während der Frankfurter Stadtmeisterschaft in der Frankfurter Nordweststadt Aufnahmen von den laufenden Spitzenbrettern machte, nichts ungewöhnliches, diesmal aber von der damaligen Turnierleiterin unter Einsatz von physischer Gewalt an der Ausübung seiner Tätigkeit gehindert wurde. Das war damals so etwas wie der Beginn vom Ende der Funktionärstätigkeit der damaligen Turnierleiterin in Frankfurt.
Die heutigen Turnierleiter und Schiedsrichter, die einem in scheinbarer Machtvollkommenheit gegenüberstehen, können mit den 80ern, und dem was an Aufbauarbeit geleistet wurde, nichts anfangen. Da waren sie noch nicht einmal auf der Welt.
Und doch wurde, damals wie heute, auch Schach gespielt.
Für Königsspringer Karben war Anastasia am Start und mit einem Ergebnis von 3 aus 7 kann sie mehr als zufrieden sein.
Wie immer im Schweizer System geht es rauf und runter mit der Spielstärke der Gegner, vor allem in den ersten Runden. Ein Sahnehäubchen war sicherlich der Partiegewinn in der Schlussrunde gegen einen wesentlich stärker einzuschätzenden Gegner.


Gewonnen hat übrigens der haushohe Turnierfavorit, FM Igor Zuyev vom SC Heusenstamm. Mit einer strammen Serie mit 6 aus 6 hatte er schon das Turnier im Sack, und pendelte mit einem Remis in der Schlussrunde gegen den einzigen IM im Feld, Jacek Dubiel vom gastgebenden SV Oberursel, das Ganze aus.
